Mein zweiter Tag in Frankfurt

Freitagabend bin ich mit dem guten Gefühl zu Bett gegangen, dass ich den nächsten Tag auf der Frankfurter Buchmesse gut durchgeplant habe. Ich habe mir alle interessanten Events notiert und sie auch in meinem Handy mit Ort und Zeitpunkt festgehalten, was konnte schon schiefgehen? So ziemlich alles – aber trotzdem war alles gut so, wie es gekommen ist.

Um 10 war ich bereits im Azubistro, um einem Gespräch zum Thema Bookstagram beizuwohnen. Obwohl ich rechtzeitig da war, war es schieres Glück, dass ich noch einen Sitzplatz bekommen habe (im wahrsten Sinne des Wortes wurde mir mein Sitz überreicht). Das Gespräch führten zwei Studenten von der Uni Mainz (nehme ich zumindest an) mit zwei Bookstagrammern (annafuchsia und stehlblueten). Dabei ging es zunächst um die beiden Vertreterinnen dieser Instagram-Community, die beide über zahlreiche Followers verfügen. Teilweise entstand der Eindruck, dass wir alle im Publikum da sind, weil wir Fans der beiden sind, obwohl wahrscheinlich die wenigsten wussten, wer die beiden jungen Frauen sind (übrigens beide sehr sympathisch in ihrem Auftreten).

Später ging es um die praktische Seite des Postens auf Instagram, um die Arbeit, die darin steckt und um Erfolgstipps. Es kam immer wieder zur Sprache, dass die Texte unter den Bildern nicht gelesen werden, der Großteil des Publikums befasst sich ausschließlich mit der Ästhetik der Bilder. Dass es so ist, liegt aber meiner Meinung nach auch an der Art der Posts: es sind oft Bücher, die vom jeweiligen Instagrammer gar nicht gelesen wurden. Jeden Tag ein Post, oft mit immer anderen Büchern, das führt wahrscheinlich unabwendbar dazu, dass es immer weniger um den Inhalt geht.

Nach dem Gespräch bin ich schnell auch weiter, zu „Best of Druckfrisch“ mit Denis Scheck, das genauso unterhaltsam war, wie im Fernsehen.

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Eine Pause war nicht eingeplant, ich musste auch gleich weiter, um Cixin Liu endlich in Person zu erleben. Auch hier waren bereits viele da, wie praktisch überall an diesem Tag, und es war so heiß, dass ich die halbe Stunde kaum ausgehalten habe. Aber wie ein Fangirl habe ich mich über den Auftritt dieses Sci-Fi-Autors gefreut und seinem Chinesisch gelauscht. Er nahm das Gespräch sehr ernst und gab lange, gut überlegte Antworten, was ihn sehr sympatisch machte. Leider habe ich ihn den Rest des Tages trotz aller Planung dann nicht mehr gesehen, weil andere Programme dazwischengekommen sind.

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Nun wollte ich noch Juli Zeh bei der Lesung zu Neujahr hören und sehen, aber im Pavilion gab es keine freien Plätze mehr, so musste ich dieses Programm sausen lassen. Und ich muss sagen, dass mir das gutgetan hat. Obwohl ich noch einiges für den Nachmittag geplant habe, habe ich ab diesem Punkt diese Pläne zur Seite gelegt und habe mir das gemütliche und spontane Messeerlebnis gegönnt, was ich mir auch ursprünglich mal gewünscht habe. Ich nahm mir Zeit, mich an den Ständen umzusehen, mich zu unterhalten, Kontakte zu knüpfen. Und irgendwann bin ich dann noch in weitere Programme reingerutscht, die ich gar nicht geplant habe.

So habe ich zum Beispiel die ungarische Philosophin Ágnes Heller auf dem Blauen Sofa erlebt. Sie ist mit ihren 89 Jahren noch immer sehr schlagfertig (auch auf Deutsch) und definitiv eine Klasse für sich.

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Das Highlight das Tages kam dann in Form eines Speeddatings mit Verlagsleuten. Dieses Programm war zwar in erster Linie für Berufsanfänger gedacht (was ich nicht wusste, weil mich eine Freundin hingebracht hat und ich tatsächlich nur reingerutscht bin), trotzdem fand ich es sehr interessant, mich in kleinen Gruppen immer mit einer anderen Person aus einem Verlag zu unterhalten. Fotos habe ich leider nicht, weil wir hier anderthalb Stunden lang in Unterhaltungen vertieft waren.

Und damit ist auch mein zweiter, und leider auch letzter Tag auf der Frankfurter Buchmesse kurz zusammengefasst, allerdings lässt sich nicht alles in Worte fassen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe viel Erfahrung gesammelt, und freue mich darauf, hoffentlich nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

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